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Die Grüne Mauer Afrikas erhält 12 Milliarden Euro

13.01.2021, Lesedauer ca. 5 Minuten

Die „Great Green Wall of Africa“, die den Kontinent in der Sahel-Zone schützen soll vor der weiteren Ausbreitung der Sahara, soll etwa 12 Milliarden Euro an finanzieller Unterstützung unter anderem von Frankreich und der Weltbank erhalten. Das meldeten Medien und die Great Green Wall-Website des Projektes. Das Projekt wurde bereits vor über dreißig Jahren angestoßen vom ersten Präsidenten Burkina Fasos, dem Sozialisten Thomas Sankara (1940 - 1987). Neben dem Kampf gegen den Hunger und großen Impf-Kampagnen war Aufforstung eine von vielen Initiativen des bei einem Staatsstreich 1987 ermordeten Sankara, der die Lebensbedingungen in seinem Land verbessern wollte. Die Grüne Mauer Afrikas litt bisher unter mangelnder internationaler Unterstützung.

Die Film-Dokumentation „The Great Green Wall“ startete im Oktober 2020 in deutschen Kinos und fiel damit leider dem zweiten Corona-Lockdown zum Opfer. Darin bereist die Musikerin Inna Modja aus Mali mehrere Länder des Sahels und zeigt die Bemühungen um dies größte ökologische Projekt des Planeten. Dabei zeigt der Film auch viele, teils problematische Facetten des Lebens in der Region – von der vielfältigen Kultur über die kollektive Anstrengung um Aufforstung, von traumatisierten Kindersoldaten, Migration bis zur Genital-Verstümmelung von Frauen. Alles ist mit allem verknüpft, und die gewaltige Kraftanstrengung der 8.000 Kilometer langen Aufforstung will das Leben im Sahel verbessern – dass es gelingen kann, zeigt ein Beispiel aus Äthiopien, aufgenommen allerdings, bevor dort im Herbst 2020 gewaltsame Konflikte ausbrachen. Ein sehenswerter Film mit einer Flut von Bildern und Eindrücken, die man nicht mehr vergisst. Eine Themenseite zum Film bietet die Projekt-Website von The Great Green Wall, einen Trailer finden Sie bei YouTube .

Verstärkte mediale Aufmerksamkeit bekam Afrikas Grüne Mauer bereits durch zwei Alternative Nobelpreisträger des Jahres 2018, Yacouba Sawadogo (Burkina Faso) und Tony Rinaudo (Australien), die mit innovativen, kostengünstigen Methoden in Eigeninitiative und weitgehend ohne finanzielle Unterstützung bereits erhebliche Teile des westafrikanischen Sahels wieder begrünt und damit die Lebensbedingungen hunderttausender Menschen verbessert haben. Ihre Methoden und Erfolge sind eines der Themen im Buch „Der Atem des Waldes“, in dem die Klimaschutzwirkung möglicher, großflächiger Aufforstungsprojekte in Afrika und Australien ausführlich behandelt und zahlreiche Quellen zum Thema geliefert werden.

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